Chinesische Musik ist nicht chinesische Musik
Wer glaubte, den Stil traditioneller chinesischer Musik mehr oder weniger zu kennen, der wurde am 23. Oktober 2009 vom chinesischen Musikensemble „Dragon“ in der Stanzerei Baden überrascht: Traditionelle chinesische Musik ist weitaus vielfältiger als wir hier glauben – und beeindruckt auch mit faszinierenden Instrumenten wie der 3000 Jahre alten Mundorgel „Sheng“.
Der Lions Club Baden unterstützt in diesem Jahr ein Entwicklungsprojekt in China und veranstaltete in diesem Rahmen das Benefizkonzert mit dem chinesischen Ensemble „Dragon“. Dieses Ensemble besteht aus dem Musiker Wei Wu und den drei Musikerinnen Fengxia Xu, Lingling Yu und Zhenfang Zhang. Alle vier sind an den nationalen Konservatorien in Peking und Shanghai ausgebildet worden und wirken heute in der Schweiz und Deutschland.
Neben den traditionellen Streich- und Zupfinstrumenten der drei Musikerinnen stand sicherlich die chinesische Mundorgel „Sheng“ von Wei Wu im Mittelpunkt. Es handelt sich dabei um eines der ältesten harmonischen Instrumente überhaupt und überrascht zuerst mit seiner Grösse und dann mit seiner extremen Klangvielfalt. Wei Wu spielt damit nicht nur traditionelle und historische chinesische Musik, sondern verbindet diese auch mit Elementen des modernen Jazz. Eine Kostprobe dieses „Shanghai-Jazz“ durften auch die Besucher am Freitag erleben.
Mit dem Erlös von rund 30’000 Franken, der auch dank Sponsoren und Unterstützung aus der Lions-Organisation zustande kam, finanziert der Lions Club Baden die Renovation und den teilweisen Neubau des baufälligen Primarschulhauses von Gabu im Distrikt Jinzha der Provinz Quinghai im extrem armen Nordwesten Chinas (Nordtibet), wie Lions-Präsident Beat Zwahlen erklärte. Das gesamte Entwicklungsprojekt GABU steht unter der Leitung und Aufsicht des langjährigen Schweizer Gesandten und Botschafters in China, Erwin Schurtenberger, der die sachgemässe Verwendung der Gelder vor Ort kontrolliert.


