Meilensteine zur Clubgeschichte (Teil 6)
Diskussionen zum Clubbetrieb
Die Durchsicht der Archivunterlagen zeigt, dass sich der Club – der Vorstand und die Generalversammlung – immer und immer wieder mit ähnlichen Fragen beschäftigte: Mitgliederaufnahme, Grösse des Clubs, mehr Eigenleistung, weniger Fremdvorträge, Art der Activities, Präsenz und in letzter Zeit die Frage „Gemischter Club?“. Anfang der 70er-Jahre, also nach 15 Jahren oder einer halben Generation, taucht im Lions Club Baden erstmals das Thema „Club-Verjüngung“ auf. Die meisten Clubs weisen bei der Gründung ein ebenmässiges Profil von Männern „im besten Alter“ auf. Doch zusammen wird man älter, und plötzlich stellt sich die Frage der Nachwuchssicherung. Der erste Reflex ist meistens abwehrend: Man hat es doch gut miteinander, die jüngere Generation ist anders. 1971/72 war „unser“ Werner Greutert Governor. Unter dem Juli 1971 heisst es in den Annalen: „Abend mit Governor Werner Greutert. Heftige Diskussionen wurden über die zukünftige Verjüngung des Clubs geführt.“ Über das Ergebnis ist nichts vermerkt.
Und ein neues clubinternes Thema tauchte in den 80er-Jahren auf: dasjenige der (mangelnden) Präsenz eines Teils der Mitglieder. Zwei Lager standen sich gegenüber. Die einen wollten an der „harten“ Präsenzregelung nicht rütteln; die anderen mahnten, angesichts der immer grösseren beruflichen Belastung vieler Mitglieder und eines veränderten Freizeitverhaltens gewinne man keine Mitglieder mehr, wenn man auf der traditionellen Präsenzregelung beharre.
Diesen Fragekomplex behandelten die Präsidenten unterschiedlich. Einige schätzten die Diskussion an der Generalversammlung oder im Vorstand, andere versuchten diese Probleme und die Lösungsansätze in Arbeitsgruppen zu behandeln. So beispielsweise 1997/98. In einem Arbeitsmeeting mit nachfolgender Gruppensitzung behandelten die Mitglieder die Themenkreise Archivierung/Dokumentation, Organisation Badenfahrt (Rückblick), Erarbeitung eines Konzepts Clubstruktur (Internet, Programm, Activities, Mitglieder, Präsidialbericht für Archiv, Projektmöglichkeiten in der Region, „Hand anlegen“), Förderung des Clublebens, Organisation von Konzerten. Die Arbeit hatte sich gelohnt. Der Club hat heutzutage unter anderem ein tadelloses Archiv, eine gute Dokumentation mit jährlichen Präsidialberichten, eine Website, die Lions Club Baden-Stiftung (2004), wieder vermehrt Anlässe für die Lions-Familie (samt Kindern) sowie eine reaktivierte Konzertkultur, die beispielsweise hinführte zum grossen Wohltätigkeitskonzert zugunsten der Aktivitäten von Margrit Fuchs in Rwanda (2004).
Und nach Diskussionen über einige Jahre entschied sich die Generalversammlung 2005, die Statuten dahingehend zu ändern, dass künftig auch Frauen aufgenommen werden können. Dieser Vorschlag wurde der Idee, in der Region einen gemischten, neuen Club zu gründen, vorgezogen, und so werden bald Frauen in unserem Club aktiv sein.
Referatsthemen als Spiegel eines halben Jahrhunderts
von Victor Erne

